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Lesezeit 10 Min. · Stand September 2026

Wärmepumpen-Förderung 2026: Der aktuelle Stand verständlich erklärt

Seit dem 21. Juli 2026 gelten bei der KfW-Heizungsförderung neue Regeln, und wenige Tage später ist das Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft getreten. Viele Kunden haben seitdem das Gefühl, gar nichts mehr zu verstehen. Dabei ist das Wichtigste schnell erzählt. Hier steht, was gilt, was angekündigt ist und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen.

Wer fördert was?

Die Heizungsförderung für Privatpersonen im Bestand läuft über die KfW, Programm 458 (Zuschuss). Früher war dafür das BAFA zuständig, deshalb geistert der Name noch durch viele Köpfe. Das BAFA fördert heute vor allem Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die Heizungsoptimierung und die Energieberatung. Außerdem führt das BAFA die Liste der förderfähigen Wärmepumpen, auf der Ihr Gerät stehen muss.

Die Konditionen seit 21. Juli 2026

Laut KfW-Merkblatt zum Programm 458 (Stand 07/2026) setzt sich der Zuschuss so zusammen:

Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten, für alle Antragsteller.

Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung ersetzen oder eine Gas- bzw. Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist. Er sinkt ab 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab 1. August 2028. Wie der Umstieg von Öl konkret abläuft, steht in Ölheizung raus.

Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer, abhängig vom zu versteuernden Haushaltseinkommen:

Zu versteuerndes Haushaltseinkommen Bonus
bis 30.000 € 40 %
bis 40.000 € 30 %
bis 50.000 € 10 %

Lebt mindestens ein minderjähriges, kindergeldberechtigtes Kind im Haushalt, gilt ein Familienzuschlag: Die Einkommensgrenzen verschieben sich um 10.000 € nach oben.

Obergrenze: Zusammen höchstens 70 % der förderfähigen Kosten. 80 % gibt es nur für Selbstnutzer mit einem Einkommen bis 30.000 €, mit Familienzuschlag bis 40.000 €.

Förderfähige Kosten: höchstens 28.000 € für die erste Wohneinheit, 15.000 € je weitere Wohneinheit bis zur sechsten, danach 8.000 €. Ab 1. Februar 2027 sinkt der Betrag halbjährlich um 750 €, bis Ende 2030 auf 22.000 €.

Entfallen sind der Effizienzbonus von 5 %, den es unter anderem für natürliche Kältemittel oder Erdwärme gab, und der Emissionsminderungszuschlag für Biomasse.

Angekündigt, aber Stand 09/2026 noch nicht in Kraft: Ab dem ersten Quartal 2027 soll die Grundförderung für Wärmepumpen auf 15 % sinken und ein Bonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen dazukommen. Stand 09/2026, bitte vor Antrag aktuell prüfen – wir machen das für Sie.

Rechenbeispiele: Was bekommt wer?

Angenommen, die Kosten für den Heizungstausch liegen über der Höchstgrenze, was bei einer kompletten Wärmepumpe im Bestand der Regelfall ist. Förderfähig sind dann 28.000 €. Gaskessel über 20 Jahre alt, Selbstnutzer, Antrag bis 31. Januar 2027.

Haushalt Satz Zuschuss
Einkommen 60.000 € 30 + 16 = 46 % 12.880 €
Einkommen 45.000 € 30 + 16 + 10 = 56 % 15.680 €
Einkommen 38.000 €, ohne Kind 76 %, gedeckelt auf 70 % 19.600 €
Einkommen 38.000 €, mit Kind 86 %, gedeckelt auf 80 % 22.400 €

Und so sieht das Warten aus: Stellt der erste Haushalt seinen Antrag erst im Februar 2027, sinkt der Bonus auf 12 % und die förderfähigen Kosten auf 27.250 €. Das ergibt 42 % von 27.250 € = 11.445 €, also rund 1.400 € weniger. Kommt die angekündigte Absenkung der Grundförderung dazu, wird der Abstand größer.

Zur Einordnung: Im Artikel Was kostet eine Wärmepumpe wirklich? spart dasselbe Haus gegenüber einer neuen Gasheizung rund 880 € laufende Kosten im Jahr (18.000 kWh Wärme, Jahresarbeitszahl 3,4, Wärmepumpentarif angenommen mit 27 ct/kWh, Wartung eingerechnet). Ein Halbjahr Zögern kostet also mehr als ein Jahr Ersparnis.

Technische Voraussetzungen für Wärmepumpen

  • Gerät auf der Liste förderfähiger Wärmepumpen beim BAFA
  • Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0, rechnerisch nachgewiesen
  • Hydraulischer Abgleich der gesamten Heizungsanlage
  • Schall: Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen muss das Außengerät seit 1. Januar 2026 mindestens 10 dB unter den EU-Geräuschgrenzwerten liegen. Mehr dazu im Artikel Wie laut ist eine Wärmepumpe?
  • Kältemittel: Nach derzeitigem Stand sollen ab 2028 nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan gefördert werden.
  • Netzdienliche Steuerbarkeit, Details in Abstimmung mit dem Elektro-Fachbetrieb

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Beratung und Planung vor Ort. Heizlast, Aufstellort, Heizkörper, Kosten.
  2. Bestätigung zum Antrag (BzA). Die stellt ein Energieeffizienz-Experte oder ein eingetragenes Fachunternehmen aus. Wir sind in der Energieeffizienz-Expertenliste registriert und erstellen die BzA für Sie.
  3. Liefer- und Leistungsvertrag mit einer aufschiebenden oder auflösenden Bedingung: Er gilt nur, wenn die Förderzusage kommt.
  4. Antrag im Portal „Meine KfW". Den stellen Sie selbst, mit der BzA-ID. Immer vor Beginn der Arbeiten.
  5. Zusage abwarten, dann umsetzen. Für die Umsetzung haben Sie 36 Monate Zeit.
  6. Bestätigung nach Durchführung (BnD). Auch die stellen wir nach Abschluss aus.
  7. Nachweise hochladen, Auszahlung. Spätestens sechs Monate nach Ablauf der Umsetzungsfrist.

Was das Gebäudemodernisierungsgesetz ändert

Seit dem 29. Juli 2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das bisherige Gebäudeenergiegesetz. Für Wärmepumpen-Interessenten die wichtigsten Punkte:

  • Die 65-Prozent-Regel ist gestrichen. Niemand muss beim Heizungstausch auf eine Wärmepumpe umsteigen.
  • Die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung entfällt. Sie müssen nicht warten, was Ihre Gemeinde plant.
  • Neue Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 einen steigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe nutzen, beginnend mit 10 %.
  • Die Förderung bleibt bei erneuerbaren Heizungen. Neue fossile Heizungen werden von der KfW nicht gefördert.

Das Gesetz macht die Wärmepumpe also nicht mehr zur Pflicht, die Förderung macht sie aber weiterhin günstig.

Steuerbonus als Alternative

Statt des Zuschusses können Selbstnutzer in Gebäuden, die älter als zehn Jahre sind, den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen: 20 % der Kosten, verteilt auf drei Jahre. Beides für dieselbe Maßnahme geht nicht. Bei hohem Einkommen und hohen Kosten kann sich ein Vergleich lohnen, das rechnet Ihr Steuerberater.

Ruhe und Behaglichkeit als Förderkriterium

Zwei der Förderbedingungen haben direkt mit Ihrem Wohlbefinden zu tun. Die verschärfte Schallgrenze sorgt dafür, dass geförderte Außengeräte leise sind, und ruhige Nächte sind für guten Schlaf mindestens so wichtig wie die richtige Temperatur. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder Raum gleichmäßig warm wird, ohne kalte Ecken im Kinderzimmer und ohne pfeifende Ventile.

Nachhaltigkeit: Förderung lenkt in die richtige Richtung

Die Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0 schließt schlecht geplante Anlagen aus. Die geplante Beschränkung auf natürliche Kältemittel ab 2028 passt zur EU-F-Gase-Verordnung 2024/573, die synthetische Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial schrittweise vom Markt nimmt. Wer heute ein Gerät mit Propan wählt, ist auf der sicheren Seite, auch wenn es dafür keinen Extra-Bonus mehr gibt.

Typische Fehler beim Antrag

  • Auftrag unterschrieben ohne Förderbedingung im Vertrag
  • Mit Arbeiten begonnen, bevor der Antrag gestellt ist
  • Gerät gewählt, das nicht auf der Liste steht oder die Schallgrenze nicht einhält
  • Einkommensnachweis falsch eingeschätzt: Es zählt das zu versteuernde Einkommen, nicht das Brutto
  • Frist für die Nachweise verpasst

Kurz gesagt

  • KfW 458 seit 21.07.2026: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, Einkommensbonus bis 40 %.
  • Maximal 70 %, bei niedrigem Einkommen 80 % von höchstens 28.000 €.
  • Ab Februar 2027 sinken Bonus und förderfähige Kosten jedes Halbjahr.
  • Reihenfolge: BzA, Vertrag mit Förderbedingung, Antrag, dann Einbau.
  • Das GModG hebt die Pflicht auf, an der Förderung für Wärmepumpen ändert es nichts Grundsätzliches.

Als gelistetes Fachunternehmen stellen wir BzA und BnD für Ihren Antrag aus und begleiten Sie durch den Ablauf. Im Raum Schönaich, Böblingen und Stuttgart. Mehr zu Wärmepumpen

Weiterlesen: Was kostet eine Wärmepumpe wirklich? · Wie laut ist eine Wärmepumpe?

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