Wärmepumpe und PV: ein kurzer Ausblick
Photovoltaik auf dem Dach und eine Wärmepumpe im Keller, das klingt nach Heizen mit Sonne. Ganz so einfach ist es nicht, aber die Kombination lohnt sich oft. Hier das Wichtigste in Kürze, ohne tief in die PV-Planung einzusteigen.
Das Grundproblem: Die Sonne scheint im Sommer
Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom zwischen November und Februar. Eine PV-Anlage liefert den meisten Strom zwischen April und September. Im Dezember erzeugt eine Anlage in Böblingen nur einen kleinen Bruchteil dessen, was sie im Juni schafft.
Deshalb deckt PV-Strom nur einen Teil des Wärmepumpenverbrauchs. Der Fraunhofer-ISE-Feldtest in Bestandsgebäuden (2019 bis 2024) hat das gemessen: In den untersuchten Häusern mit Wärmepumpe und PV lag der Autarkiegrad, also der Anteil des Strombedarfs aus eigener Erzeugung, ohne Batteriespeicher bei 25 bis 40 %, mit Batteriespeicher bei 32 bis 62 %. Warmwasser im Sommer lässt sich dagegen fast komplett mit eigenem Strom machen.
Rechenbeispiel: Was eigener Strom spart
Annahmen: Wärmepumpe mit 4.500 kWh Stromverbrauch im Jahr (Heizung und Warmwasser). Davon werden 30 % direkt mit PV-Strom gedeckt, also 1.350 kWh. Netzstrom kostet 37 ct/kWh (BDEW, August 2026). Für eingespeisten Strom gäbe es bei einer neuen Anlage bis 10 kWp mit Teileinspeisung 7,70 ct/kWh (Inbetriebnahme 01.08.2026 bis 31.01.2027).
- Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart 37 ct Bezug, verzichtet aber auf 7,7 ct Einspeisung. Vorteil: rund 29 ct pro kWh.
- 1.350 kWh × 0,29 € ≈ 390 € im Jahr
Mit einem günstigen Wärmepumpentarif um 24 ct/kWh schrumpft der Vorteil auf rund 220 €. Wer Eigenverbrauch und Netzentgelt-Rabatt kombinieren will, muss genau rechnen, denn ein separater Wärmepumpenzähler und PV-Eigenverbrauch vertragen sich nicht immer gut. Das klären wir gemeinsam mit Ihrem Elektro-Fachbetrieb.
Nichtstun kostet hier vor allem Zukunft: Die Bundesregierung plant laut Kabinettsbeschluss vom Juli 2026, die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2027 abzuschaffen. Beschlossen ist das noch nicht. Sollte es kommen, wird Eigenverbrauch noch wichtiger. Stand 09/2026, bitte vor der Entscheidung aktuell prüfen.
So nutzt die Wärmepumpe mehr Sonnenstrom
- SG-Ready oder Energiemanager: Die Wärmepumpe bekommt ein Signal, wenn Überschuss da ist, und heizt dann den Warmwasserspeicher etwas höher oder das Haus um ein halbes Grad mehr vor.
- Pufferspeicher und Warmwasserspeicher als Batterie: Wärme speichern ist deutlich billiger als Strom speichern.
- Mittags statt nachts: Warmwasserbereitung zeitlich in die Mittagsstunden legen, im Sommer auch ganz ohne Energiemanager.
- Mit Maß: Den Speicher mit Sonnenstrom auf 65 °C hochzujagen, verschlechtert die Effizienz. Ein paar Grad mehr reichen.
Gesundheit und Wohlgefühl
Mit Sonnenstrom lässt sich im Sommer auch die Kühlfunktion der Wärmepumpe fast kostenlos betreiben, genau dann, wenn die Hitze am größten ist. Ein kühleres Schlafzimmer in Hitzeperioden hilft beim Durchschlafen, und das merkt man am nächsten Tag. Mehr dazu in unserem Artikel zur Kühlfunktion.
Nachhaltigkeit
Jede Kilowattstunde Solarstrom, die im Haus bleibt, entlastet das Netz und ersetzt Strom aus dem Mix mit 344 g CO₂/kWh (UBA, 2025). Im Beispiel oben sind das rund 460 kg CO₂ im Jahr. Wärmespeicher im Keller sind dabei die langlebigste und ressourcenschonendste Form der Speicherung.
Typische Fehler
- Wärmepumpe und PV von zwei Firmen, die nicht miteinander reden. Dann fehlt oft die Schnittstelle.
- Batteriespeicher zu groß gekauft in der Hoffnung, im Winter damit zu heizen.
- Warmwasser läuft nachts um drei, obwohl mittags die Sonne scheint.
- Überschussregelung ohne Obergrenze, der Speicher steht dauernd auf Maximaltemperatur.
Kurz gesagt
- Häuser mit Wärmepumpe und PV decken ohne Batterie grob 25 bis 40 % ihres Strombedarfs selbst.
- Warmwasser im Sommer ist der beste Sonnenstromverbraucher.
- Eine Schnittstelle wie SG-Ready gehört bei neuen Anlagen dazu.
- Wärme speichern ist billiger als Strom speichern.
Wir planen die Wärmepumpe so, dass sie mit Ihrer PV-Anlage zusammenarbeiten kann, die Elektroseite übernimmt Ihr Elektro-Fachbetrieb. Mehr zur Wärmepumpe und Beratung im Raum Schönaich, Böblingen und Stuttgart.
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